Die Tuba

Ebenfalls zur Familie der Bügelhörner gehörend; wurde die Bass-Tuba im Jahre 1835 regelrecht in Auftrag gegeben. Der damalige preußische Musikinspizient Fr. W. Wieprecht hatte es satt, dab es keine genügend durchschlagkräftigen Bass-Instrumente für seine Musikkorps gab. Also erteilte er dem Berliner Instrumentenbauer Moritz den Auftrag, ein Bass-Instrument auf Bügelhorn-Basis zu entwickeln, was dieser dann auch tat. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in den Musikkorps und Sinfonieorchestern lange mit verschiedenen Vorgängern der heutigen Tuba experimentiert. Zum einen verwendete den um etwa 1590 von Kanonikus Guillaume erfundenen Serpent. Der Serpent, welcher aus Holz besteht und schlangenförmig gewunden ist, ist das Bassinstrument der Zinkenfamilie der mit einem Kesselmunstück geblasen und mit sechs  Löchern, später auch mehr Löcher mit Klappen, gespielt wurde. Dieses Instrument konnte sich bis zum Ende des 19.Jahrhunderts als Bassinstrument der Bläsergruppe in den Orchestern und der Militärmusik Frankreichs behaupten, obwohl der Klang des Instrumentes von den damaligen Komponisten (z.B. Hector Berlioz) als roh und grob beschrieben wurde. Zum anderen verwendete man die um 1817 von Halary erfundene Ophikleide. Ein Blechblasinstrument aus der Familie der Klappenhörner welches einem Fagott ähnelt, jedoch aus Blech gebaut wird und mit einem Kesselmundstück geblasen wird. Eine in B gestimmte Ophikleide besass einen Tonumfang von A1 bis b1 eine in C gestimmte Ophikleide dementsprechend eine Tonumfang von H1 bis c1. Um diesen Tonumfang zu erreichen musste eine Ophikleide elf Klappen haben. Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung, nach der die Ophikleide immer wieder als Instrument mit graussamen Klang und fürchterlicher Intonation beschrieben wird, ist die Ophikleide der bedeutsamste Blasbass dieser Zeit gewesen, was die vielen Schulen für dieses Instrument belegen, nach denen es sogar ein Virtuosentum auf der Ophikleide gab. Das Problem bei der Ophikleide bestand allein darin, dass einige Töne des Tonumfanges nur schwer und schlecht zu spielen waren. Deshalb besetzte man meistens eine B und eine C-Ophileide, damit diese ihren Tonumfang ergänzen konnten. So wurden Töne welche auf der B-Ophikleide schlecht klangen von der C-Ophikleide ergänzt und anders herum. Die Ophikleide war somit bis zur Erfindung der Tuba das vorherrschende Bassinstrument der Bläser, auch in den Militärochestern. Heutzutage wird die Ophikleide nach mehrere jahrzentelangem Verstummen wieder gespielt, da viele Dirigenten und Tubisten (der Ophikleidenpart alter Stücke wurde ab der Erfindung der Tuba von Tuben besetzt) sich wieder an der historischen Aufführunspraxis orientieren. In diesem Zusammenhang gab es in den letzten Jahrzehnten große Bemühungen die historische Ophikleide weiter zu entwickeln, was sie wegen ihrem relativ kurzem Einsatz im 19. Jahrhundert nie vollends wurde. Die Tuba ist zusammen mit dem Saxophon das jüngste Instrument im Orchester. In Deutschland sind die "hohe" Bass-Tuba in F oder Es sowie die "tiefe" Kontrabass-Tuba in B am gebräuchlichsten, wobei meist die recht gelenkige Bass-Tuba in F als Einzelkämpfer im Sinfonieorchester Verwendung findet. Im Blasorchester sind jedoch die doch etwas behäbigeren B-Kontrabass-Tuben das wichtige Fundament, weil ja keine Streichbässe vorhanden sind. Die hohe Bass-Tuba (F/Es) verdoppelt die Bass-Linie meist in der Oktave um den obertonarmen Klang besser hörbar zu machen. Die Tuben sind zusammen mit Waldhörnern, Posaunen und dem Schlagzeug für Rhythmus und Harmonie im Musikverein zuständig. Für alle Interesierten hier ein Link zu einem Hörbeispiel der Ophikleide. http://www.youtube.com/watch?v=XUS-NJ8nSnI